Knigge für Hundehalter

Hundealltag

6. Dezember 2012

0 comments

by

 

Im Zusammenleben mit anderen Lebewesen gibt es bestimmte Regeln und Pflichten. Gleich ob unter uns Menschen – oder in Begegnung mit anderen Mensch-Hund-Teams. Nur so ist in einer Multi-Gesellschaft ein reibungsloses und harmonisches Miteinander möglich.
Egal ob wir Eltern sind, einen Hund halten, einen extremen Sport ausüben – es ist unsere moralische Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass von mir und allem mir anvertrauten, niemand belästigt, verletzt oder anderweitig geschädigt wird.

Die Freiheit des einen hört nicht selten dort auf, wo die Grenzen des anderen beginnen. Diese Grenzen sollten wir respektieren. Nicht nur im Umgang mit unseren Hunden ;-)

Unsere Hunde brauchen Führung und Anleitung um glücklich und artgerecht in einer Welt, die nicht „Ihre“ ist,  leben zu können. Wenn Sie die Verantwortung übernehmen, braucht es ihr Hund nicht machen. Das löst schon mal einen Großteil der Probleme auf, die wir (und all die anderen, mit denen wir uns den Planeten Erde und die damit verbundenen Ressourcen teilen) mit Hunden haben können.

Leider trifft man auch als Hundehalter nicht selten auf rücksichtslose Artgenossen der Gattung Mensch. Menschen sind in der Ausübung ihrer Freizeitaktivitäten oft leider sehr „eigen“. Mountain-Biker rasen z. B. durch Naherholungsgebiete, sodass man sich als Hundehalter oft gar nicht schnell genug vom Weg ins Gebüsch flüchten kann, man wird von Joggern beschimpft, von Walkern belächelt und andere halten einen gar für eine Plage. Aber das ist eine andere Geschichte…

Als verantwortungsbewusster Hundehalter sollten wir einfach mit dem bestmöglichsten Beispiel vorangehen und uns stets vor Augen halten, dass auch wir „die Hundehalter“ sind – und somit repräsentativ für alle stehen.

 

Ich habe ein paar Punkte zusammengetragen, die uns Hundehalter alle etwas angehen sollten. Leider sind sich Hundehalter selbst untereinander oft nicht „grün“ und schon gar nicht immer einig. Ein paar einfache Regeln sollten jedoch von allen beachtet werden :-)

Nehmen Sie umso mehr Rücksicht, je größer und ehrfurchtsgebietender Ihr Hund ist. Niemand außer Ihnen weiß, dass Ihr Hund eigentlich ganz friedlich ist oder wann er gefährlich wird. Bringen Sie niemanden in die Lage, sich bedroht zu fühlen.

 

Wann leint man seinen Hund an?

Lassen Sie Ihren Hund bitte nicht einfach auf andere Menschen oder Hunde losrennen.
Manche Menschen haben Angst vor Hunden, sind vielleicht nicht gut zu Fuß oder haben andere Gründe, warum sie einen Hundekontakt nicht wünschen.
Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung brauchen hierbei unseren besondern Schutz. Diese Menschen sind oft besonders schutzlos und leichter zu ängstigen. Hier sollten wir stets zeigen, dass wir unseren Hund (und die Situation) unter Kontrolle haben und auch bereit sind, Rücksicht zu nehmen. (Auch dies gilt nicht nur für unseren Hund….)

Eine ausdrückliche Pflicht zum Anleinen besteht unter anderem in Stadtgebieten, Naturschutzgebieten und öffentlichen Gebäuden. Ob in Ihrer Region in Wald und Feld Leinenpflicht herrscht, können Sie beim zuständigen Ordnungsamt erfragen. Dies wird von den Kommunen selber verwaltet.

Nehmen Sie Ihren Hund in Fußgängerzonen, Parks, Grünanlagen und Tiergehegen, auf Friedhöfen, Sportanlagen, Zelt- und Campingplätzen, in Wäldern und Naturschutzgebieten bitte immer an die Leine.

Wichtig: Manche Städte oder Länder sehen neben dem Leinenzwang sogar eine Pflicht von Maulkörben und Erkennungschips vor, wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin. Sollten Sie Ihren Urlaub planen, empfiehlt es sich, im Vorfeld über die jeweiligen Bestimmungen zu informieren.

 

Die Länder haben zudem eine individuelle Regelung in der Brut- und Setzzeit. Ich empfehle grundsätzlich in der Zeit, in der die wildlebenden Tiere ihre Nachzucht großziehen, Hunde durch die Schleppleine zu sichern.
>>> Info zur Brut- und Setzzeit

„Der will doch nur spielen“ – Begegnung mit Mensch und Tier

Auch in Regionen, in denen Hunde frei laufen dürfen, gebieten es geschriebene und ungeschriebene Gesetze, dass der Hund in bestimmten Situationen an die Leine genommen werden sollte. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn er nicht genügend Gehorsam in der Begegnung mit Mensch und Tier zeigt. Ein Hund, der auf Jogger oder Spaziergänger zustürmt, wirkt bedrohlich – auch wenn Herrchen betont „der will doch nur spielen“. Solche Hunde gehören aus Höflichkeit angeleint, damit sie niemanden erschrecken. Selbst wenn sie bei Begegnungen anderer brav „bei Fuß“ gehen gehören Hunde an die Leine, wenn sich ein Hund nähert, der ebenfalls angeleint ist.

Es gibt viele Gründe, warum ein Ihnen begenender Hund angleint sein kann:
Vielleicht ist der Hund alt und krank oder hat gerade eine Operation hinter sich und ist in der Rekonvaleszenzzeit. Auch könnte der andere Hund ein Artgenossenproblem haben oder in der Begegnung mit anderen Hunden Unsicherheit und Angst zeigen. Vielleicht begegnet Ihnen aber auch *nur* ein engagierter Hundehalter, der mit seinem Hund gerade solche Situationen trainiert und den ein Zustürmen eines fremden Hundes dadurch im Training zurückwerfen würde?
Egal wie – sollte Ihnen ein Hundehalter entgegen kommen, der Sie bittet, Ihren Hund anzuleinen – dann gehen Sie dieser Bitte doch einfach nach.
Nicht selten bekommt man überflüssige und unangebrachte Kommentare zu hören, wird beschimpft oder belächelt. Das muss nicht sein!
Manche Hundehalter betreiben regelrechtes „Stalking“ – d.h. egal wie weit der andere auch offensichtlich mitten durch die Pampa ausweicht, um dem Hundekontakt zu entgehen – sie laufen einfach hinterher „Gugg mal Fifi, ein anderer Hund“… Deshalb: Sollte Ihnen ein Hundehalter begegnen, der einen großen Bogen läuft, mitten durchs Gestrüpp watet oder sonstwie den Eindruck hinterlässt, dass er im Moment nicht an Kontakten mit anderen Hunden interessiert ist – behalten Sie auch in solchen Situationen Ihren Hund bei sich – und gehen ihres Weges :-) Man wird es Ihnen danken …

 

Beim Stadtbummel

Ein Bummel durch die Innenstadt kann manchen Hunden durchaus Spaß machen. Prinzipiell ist dagegen auch nichts einzuwenden. Vorausgesetzt der Hund ist an der Leine und geht dicht neben seinem Herrchen. Dass das Herrchen einen Kotbeutel bei sich führt, um gegebenenfalls das große Geschäft vom Gehsteig zu entfernen, sollte selbstverständlich sein. In manchen Städten, werden Geldbußen fällig, wenn man die Hinterlassenschaft des Vierbeiners nicht entsorgt. Ein Bummel durch Geschäfte oder Einkaufszentren ist ebenfalls kein Problem – vorausgesetzt an der Eingangstür des Ladens hängt kein ausdrückliches Verbotschild. Unerwünscht sind Hunde hingegen in Geschäften, die Lebensmittel verkaufen.

 

Im Café oder Restaurant mit dem Vierbeiner

Hunde sind sehr gern „einfach nur dabei“, so gehen sie auch gerne mal in ein Restaurant oder Café mit ihrem Zweibeiner. Solange kein Hund-Verbotsschild am Eingang hängt, kann man davon ausgehen, dass Hunde gern gesehene Gäste sind.
Rücksichtnahme ist aber auch hier obligatorisch: Bello sollte nicht im Weg, sondern unter Herrchens Tisch oder Stuhl liegen. Bellen und Betteln an fremden Tischen stört die andern Gäste und ist daher ein No-Go! Auch das Füttern vom Tisch wird von vielen Gastronomen als unhöflich empfunden und sollte deshalb am Besten unterbleiben.

Hundekontakt an der Leine …?

Ein „Hallo-sagen“ oder „mal schnüffeln“ unter Hunden die angeleint sind (und vor Allem von solchen, die sich nicht kennen),  ist nicht „hündisch“.  Ein Irrtum der leider immer noch fest in den Köpfen vieler Menschen verankert ist. Nach vorheriger Absprache mit dem Besitzer können die Hunde ohne Leine Kontakt aufnehmen. Kontakte unter Hunden dürfen niemand aufgezwungen werden. Hunde können verletzt, aggressiv, krank (auch ansteckend) oder heiss sein. Sie schützen auch Ihren eigenen Hund vor Kontakten, die Folgen haben können.

An der Leine können Hunde zumeist nicht das Verhaltensrepertoire zeigen, was sie tun würden, wenn sie nicht angeleint sind. Sie können nicht kommunizieren. Hunde, die man sich natürlich verhalten lässt, gehen nicht gerade auf sich zu, sondern sie nähern sich in einem höflichen Bogen an, beschnuppern sich – kurz, sie verhalten sich in der Regel so, dass Konflikte vermieden werden können. An der Leine ist das nicht wirklich möglich und oft kommt es dadurch zu „Missverständnissen“ und zu aggressivem Verhalten. So kann ein Hund, der das Gegenüber nicht „riechen“ kann, nicht einfach weichen oder gehen – er hängt ja an der Leine. Oft ist dann die „Flucht nach vorne“ das Mittel der Wahl, um Distanz zwischen sich und dem Anderen zu schaffen. Auf diese Weise kann man sich selber eine wunderbare Leinenaggression „basteln“…

Freilauf? Gerne! Aber bitte richtig!

Sie haben Ihren Hund bitte ständig im Blick. Dazu gehört auch, den Hund an unübersichtlichen Stellen und Wegkreuzungen zu sich zu nehmen. Nur wer mit Freiheit umgehen kann kann sie auch erhalten.
Hunde, die frei laufen dürfen sollen, sollten über ein gutes Grundgehorsam verfügen oder zumindest auch aus schwierigeren Situationen abrufbar sein und bei ihrem Menschen bleiben, wenn er dies für nötig erachtet.

Der Hund in Wald und Feld

Sie achten darauf, dass ihr Hund die Wald- und Feldwege nicht verlässt, denn Wiesen und Felder  dienen der Nahrungs- und Futtermittelerzeugung. Heruntergetretene Pflanzen führen zu Ertrags- und Qualitätseinbußen, mit Hundekot verunreinigtes Erntegut ist für Mensch und Tier unappetitlich, ungenießbar und gefährdet die Gesundheit.

Jagende Hunde können nicht nur dem Wild zur Gefahr werden, sondern auch Unfälle verursachen bei dem andere Menschen und Ihr Hund verletzt werden können. Oft verursachen einem Wildtier nachjagende Hunde Autounfälle, bei dem unschuldige Menschen verletzt werden. Auch kann Ihr Hund dabei überfahren oder vom einem eifrigen Wildhüter erschossen werden. Hunde haben auf Tierweiden (Pferde, Schafe, Kühe ect.) nichts zu suchen.

Der Jungaufwuchs (die Keimlinge der Altbäume) in den Wäldern leidet sehr unter Trittschäden, die von Hunden verursacht werden. Denken Sie bitte auch daran, dass das Wild in den Wäldern durch Hunde beunruhigt und gestört wird.

Wasservögel sollten für Ihren Hund ebenfalls tabu sein. Wassergeflügel ist insbesondere in der Brut- und Aufzuchtzeit sehr störanfällig. Nehmen Sie Ihren Hund deshalb an die kurze Leine, wenn Sie Schilfgürtel passieren.

Füttern und streicheln fremder Hunde…

… bitte nicht ohne Absprache! Hunde können Futterallergien haben oder ängstliches/aggressives Verhalten zeigen.

 

 

 

gibt es Dinge, über die Sie sich ärgern oder fallen Ihnen Punkte ein, die hier noch ergänzend stehen könnten?

Gerne können Sie mich kontaktieren, damit ich diese Liste vervollständigen kann :-)

Leave a Reply